Nährwert-Check am Kühlregal

Wenn es nach meiner Tochter ginge, kämen bei uns eigentlich zu gut 70% nur Nudeln mit Parmesan auf den Tisch. Wenn es nach Mama geht, soll es bitte etwas abwechslungsreicher und natürlich ausgewogen sein. Im Produktewirrwarr der Supermärkte ist es aber gar nicht immer so leicht, gerade die Lebensmittel zu finden, die unsere Kleinen mit gesunden Nährstoffen versorgen. Aber, wollten mich nicht eigentlich diese kleinen aufgedruckten Helferlein in Form von Etiketten dabei unterstützen, ein gesundes Produkt zu finden?

Doch mittlerweile ist es gar nicht einfach, sich durch den Foodlabel-Dschungel im Supermarkt zu kämpfen. Sollen sie dem Verbraucher doch eine Orientierung und Hilfestellung geben, bleiben die Kennzeichnungen auf den ersten Blick häufig undurchschaubar. Auch an den Angaben zu den Nährwerten und dem Energiegehalt der Lebensmittel ist auf den ersten Blick nicht immer so leicht zu erkennen, wie gesund es denn nun wirklich ist.

Aus diesem Grund nutzen unsere französischen Nachbarn seit 2017 ein Label mit Ampelfarben, den Nutri Score, um den Bürgern dabei zu helfen, gesünder einzukaufen. Mittlerweile sind auch Belgien, Spanien, Portugal, die Schweiz und Luxemburg nachgezogen und bedrucken Lebensmittel mit diesem kleinen Helferlein. Vielleicht habt ihr das Siegel ja auch bereits einmal in deutschen Supermärkten entdeckt, denn seit März 2019 findet ihr zum Beispiel auf Danone-Produkten ebenfalls diese Kennzeichnung auf der Vorderseite der Produkverpackung.

Schnelle Orientierung

Nun bleibt die Frage: was sagt mir das Label genau? Eigentlich soll es ganz einfach sein, ich soll schnell und ohne große Rechnereien erkennen können, ob und wie gesund das Joghurt ist, das meine Kleine am liebsten isst. Nicht nur für Mamas, sondern eigentlich alle ein super und wie ich finde gewinnbringendes System. Seht ihr euch nicht auch mit einem Kind im Einkaufswagen, das alles was ihr mühsam zusammengesucht habt wieder auspackt und einem, das alles, was ihr nicht braucht in den Wagen packt – nicht dass hier noch gähnende Leere herrscht. Und genau hier wünsche ich mir, eben ohne großen Aufwand das gesunde Joghurt zu finden. Ihr nicht auch?

Zugegeben, ich war etwas überrascht, dass zum Beispiel Fruchtzwerge – die, wie ich immer dachte, zuckrigen Lieblinge der Kinder und ungern gesehenes Kühlschrankbewohner mancher Eltern, ein grünes B tragen und somit zum regelmäßigen Verzehr geeignet sein sollen, daher lasst uns doch mal schauen, wie diese Einteilung entsteht.

Möchte man den Nutri-Score eines Produktes erfahren, werden alle Inhaltsstoffe in 100 Gramm bzw. Milliliter berechnet. Dabei bewertet der Score günstige und ungünstige Nährstoffe mit einem Punktesystem und vergibt pro Kategorie eine Punktzahl. Als günstig gelten Obst, Gemüse, Nüsse, Ballaststoffe und Eiweiß. Als un­günstig gelten eine hohe Kalorienanzahl, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz. Aus den verschiedenen Inhaltsstoffe ergibt sich am Ende eine Gesamtpunktzahl, aus der wiederum die Bewertung auf der Skala von grün und „A“ bis rot und „E“ abgeleitet wird.

Interessiert ihr euch etwas ausführlicher für die genaue Berechnung der Produkte, werft einfach mal einen Blick auf dieses Dokument der Verbrauchzentrale Hamburg. Auch die Seite von bewusst ernähren infomiert ausführlich über das Label und zeigt euch eine Beispielrechnung für Fruchtjoghurt. Für Podcastfans durchleuchtet der Verbraucherfunk hier den Nutri Score für euch zum Anhören.

Nutri-Score punktet auch bei Verbraucherumfrage

Der von unabhängigen Ernährungswissenschaftlern in Frankreich und England entwickelte Score ist auch bei uns in Deutschland sehr beliebt. So hat sich das Label in einer Vebraucherumfrage des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gegenüber anderen Kennzeichungsmodellen klar durchgesetzt. Jedoch frühstens ab Sommer und bislang nur auf freiwilliger Basis können wir Verbraucher mit der Einführung des Nutri-Scores in Deutschland rechnen. Dazu müssen vorab unser Kabinett und der Bundesrat sowie die EU-Kommission grünes Licht geben. Es bleibt also noch ein bisschen spannend.

Fragt ihr mich, so sehe ich den Nutri Score als einen Schritt in eine gute Richtung für uns Verbraucher. Man muss natürlich beachten, dass auch er zuweilen an seine Grenzen stößt, so wird es zum Beispiel komplizierter bei der Berechnung von Komponenten wie stärkereichen Knollen wie Kartoffeln und Süßkartoffeln sowie Quinoa und Gewürzen. Auch Mehl aus Mais oder Hülsenfrüchten kann in diesem System nicht so einfach erfasst werden. Und dennoch, eine schnelle Orientierung auf den ersten Blick kann ich in der Supermarkthektik wirklich gut gebrauchen.

Was sagt ihr zum Nutri Score? Seid ihr Team Befürworter oder eher dagegen?


2 Gedanken zu “Nährwert-Check am Kühlregal

  1. Hey, ich bin absolut dafür. Allerdings frage ich mich, wie unabhängig und ehrlich dieser Score ist, wenn in Plastik verpackte Zuckerplörre (an der ganz sicher noch nicht mal eine Erdbeere vorbeigerollt ist) mit einem B bewertet wird?!?!

    Trotz allem bin ich für eine einheitliche, unabhängige Markierung mit dem Nutti-Score!

    Liebe Grüße

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    1. Hallo, da hast du absolut Recht, die Frage sollte man sich wirklich stellen und dass auch, obwohl Danone wohl den Zucker- und Fettgehalt stark reduziert hat. Ich sehe es, wie du und sehe den Nutri Score wie beschrieben als Schritt in die richtige Richtung, obwohl er natürlich auch an deine Grenzen stößt.

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