Wir sind dann mal weg – über das Kommen und Gehen und vom Bleiben.

Hier auf dem Blog geht es heute mal nicht kulinarisch, sondern ganz persönlich zu. Wenn man bedenkt, dass es nun schon 14 Jahre her ist, dass ich mit Sack und Pack die wunderschöne, mittelgroße Stadt an der Mosel verließ, um in Köln mein Studium zu beginnen, fühle ich mich gleich noch mal fünf Jahre älter. Damals war es Zeit, rauszukommen, neue Wege zu gehen, die Großstadt mit all ihren Möglichkeiten zu erleben und das Studium in vollen Zügen zu genießen – selbstverständlich nach Vorlesungsende. Neue Freunde, ein neues Umfeld, die große Universität, unfassbar viele Eindrücke und natürlich der kölsche Frohsinn, das passte hervorragend zu meinem 20-jährigem Ich. Und dennoch, wenn ich mit dem Zug in die Heimat rollte und unser Wohngebiet mit so viel mehr Grün und so viel weniger Hektik betrat, atmete ich auf und fühlte mich Zuhause. Hier war die Luft so viel besser, mein Schlaf so viel tiefer und so viel mehr Ruhe als in der großen Stadt mit K. Demnach hatte ich eigentlich die perfekte Mischung gefunden: das Großstadt- und das Heimatleben – gegensätzlich, aber komplementär. Und so blieb auch erst mal. Mit kurzen Abstecher in das wunderbare Kanada und die verbotene Stadt mit D, ist Köln doch mein Heim für die nächsten 14 Jahre gewesen. Doch die Zeiten haben sich mittlerweile geändert, wir werden älter und unsere Familie größer. Mit 8 Füßen unter dem Esstisch im Häuschen im Kölner Osten möchte ich eigentlich nur noch selten in 10 Minuten auf der Domplatte stehen, mich durch die vollen Straßen der Innenstadt schlagen, oder das Kölner Nachtleben unsicher machen – zumindest im Moment. Was ich will, ist weiterhin eine gute Anbindung an die Stadt und meine Arbeitsstelle nach der Elternzeit. Und auch wenn ich unser Haus voll und ganz liebe, es mit Sorgfalt renoviert und eingerichtet habe, so sehne ich mich doch nach einem Leben etwas außerhalb der Großstadt. Also warum nicht sein eigenes Glück in die Hand nehmen und einfach machen, was einem gefällt. Leben und leben lassen.

Genau in diesem Sinne sind die Reaktionen unserer erweiterten Nachbarschaft eher unterhaltsam als verärgernd. Nein, Herr Nachbar, ich ziehe nicht auf eine einsame Insel, sondern nur vor die Tore Kölns. Und bitte, bitte fühlen Sie sich nicht persönlich angegriffen, weil wir ihr schönes Veedel verlassen. Ich bin Ihnen auch nicht böse, dass sie nicht mit mir die Kartons und Koffer packen. Uns zieht es nur ein paar Kilometer nach außerhalb. Wir gehen, um dort zu bleiben. In diesem Sinne, wir sind dann mal weg… zurück in einer Mittelstadt.


3 Gedanken zu “Wir sind dann mal weg – über das Kommen und Gehen und vom Bleiben.

  1. Mensch, genau mit dem Thema beschäftige ich mich auch seit der Geburt meines Sohnes… Nur, dass es bei mir um das Dicke B geht 😉 Ich wollte immer in die Großstadt, und jetzt ist es mir oft zu laut, zu dreckig, zu viel… Wie sich die Bedürfnisse mit Kind doch ändern! Habe auch schon einen Beitrag dazu geschrieben mit allen pro und cons, denn entschieden habe ich mich noch nicht. Ist ja auch nicht nur meine Entscheidung, denn mein Mann will unbedingt hier wohnen bleiben. Es klingt jedenfalls bei dir so, dass du dir sicher und zufrieden mit der Entscheidung bist, das freut mich für dich. Alles Gute für dich und deine kleine Familie! Vielleicht sehen wir uns ja am 1.3. beim Kölner Karneval. Ich besuche eine Freundin. Bin die im Ganzkörper-Bananen-Kostüm (ja, Mutti muss mal raus!) 😉 Grüße, Ann-Katrin von inspiriermich.de

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    1. Hallo Ann-Kathrin, herzlichen Dank für deine Nachricht. Oh ja, ich kann dich wirklich gut verstehen – mit Kind ändert sich wirklich vieles und dann zum besten 😉 Bei uns steht der Umzug steht der Umzug jetzt bevor und ich bin wirklich aufgeregt. Euch in der Hauptstadt wünsche ich natürlich auch, dass ihr genau das richtige für euch findet. Ist dein Beitrag zu dem Thema auf deinem Blog?
      Und natürlich viel Spaß beim Karneval! Ich glaube, ich schaffe es dieses Jahr nicht, die nicht, rechtzeitig raus aus dem Umzugskisten-Chaos, aber wenn du doch: Banane, ist abgespeichert.
      Alles Liebe!

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  2. Hallo Ann-Kathrin, herzlichen Dank für deine Nachricht. Oh ja, ich kann dich wirklich gut verstehen – mit Kind ändert sich wirklich vieles und dann zum besten 😉 Bei uns steht der Umzug steht der Umzug jetzt bevor und ich bin wirklich aufgeregt. Euch in der Hauptstadt wünsche ich natürlich auch, dass ihr genau das richtige für euch findet. Ist dein Beitrag zu dem Thema auf deinem Blog?
    Und natürlich viel Spaß beim Karneval! Ich glaube, ich schaffe es dieses Jahr nicht, die nicht, rechtzeitig raus aus dem Umzugskisten-Chaos, aber wenn du doch: Banane, ist abgespeichert.
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