Eltern-Sein ist kein Job!

Ein Kommentar – Achtung: Der Text enthält Ironie!

Meine Augen sind müde und der Kopf schwer. Alle paar Minuten knicke ich weg und falle für ein paar Sekunden in den Hauch von Schlaf vor lauter Erschöpfung. Dieser dauert jedoch nur bis zum nächsten Huster der Kleinen, der auch sie nicht in den Tiefschlaf kommen lässt, um sich richtig erholen und gesund werden zu können.

Was mittlerweile zum Elternalltag gehört, war für mich vor rund vier Jahren noch eine unbekannte Welt. Schlafarme Nächte, kranke oder zahnende Babys und keine Möglichkeit, mal eben in Ruhe ins Bad zu verschwinden – auch das war Neuland im Familienalltag.

In einigen Online-Magazinen oder auf verschiedenen Social Media Accounts wird ja gerne mal versucht, die Zeit, in der man sich um seine Kleinen kümmert, hochzurechnen und in Relationen zu verschiedenen Jobspositionen zu setzen. Unterm Strich kommt dann immer raus, dass eine Mama oder ein Papa quasi rund um die Uhr bzw. viele hundert Stunden im Einsatz ist – was selbstverständlich viel zeitintensiver als jeder Job – und noch dazu – jetzt kommt es – unglaublich schlecht bezahlt wird. So viel Arbeit, Verantwortung und Einsatz und alles das ohne finanzielle Entschädigung – ist das euer Ernst? Ebenso hat beispielsweise ein amerikanischer Lebensmittelhersteller eine Studie in Auftrag gegeben mit dem Resultat, dass Mütter pro Woche ca. 98 Stunden arbeiten und somit ganze 2,5 Vollzeit-Jobs ausfüllen.

Hab ich mich eigentlich auf diese Stelle als Mama beworben mit meinen vollständigen Bewerbungsunterlagen (in einem pdf mit nicht mehr als 5MB)? Bin ich adrett gekleidet zum Vorstellungsgespräch gegangen und habe alle im Assessment Center dermaßen von den Socken gehauen, dass ihnen nicht anderes übrig blieb, als mir den Job zu geben? Ich glaube nicht!

Habe ich mich vielleicht viel eher aus freien Stücken zusammen mit meinem Partner für die Gründung einer Familie entschieden? So ganz privat? Sollte das Wir-Sein, das Umsorgen, das Kümmern und eben die ganze Care Arbeit, wie die liebe Johanna Pinkepank gerne schreibt, gar nicht erst ausgerechnet werden? Warum sollte sie auch? Stundenverfassung gibt es nicht. Es geschieht doch eigentlich aus Liebe und Zuneigung für diese kleinen Erdenbürgen, die einem noch dazu und völlig gratis so viel mehr geben als ein monatliches Gehalt? Also bitte, liebe Kalkulierer, was bringen diese Hochrechnungen eigentlich?

Ich bin ja wirklich dafür, dass das, was wir täglich mit und für unsere Kinder tun die größtmögliche Anerkennung widerfährt, aber warum eigentlich pressen wir es in das Muster der Zeiterfassung und degradieren unsere Kinder zu unserem Arbeitsgegenstand? Irgendwie nicht die richtige Form der Wertschätzung dessen, was wir tun. Das müssen wir besser können. Schon mal drüber nach gedacht, das uns Eltern vielleicht auch das Privileg gehört, uns um sie kümmern zu DÜRFEN. Natürlich ist es mit Arbeit, sehr viel Arbeit verbunden und man kommt an unsere Grenzen, aber wir tun all dies für unsere nächste Generation. Zum Abschluss hab ich noch eine Frage: Muss ich auch meine Zeit und den Lohn als Ehefrau ausrechnen?


2 Gedanken zu “Eltern-Sein ist kein Job!

  1. Der Job als Ehefrau ist ne Ehrenamtliche Beschäftigung! Vielleicht stellt Dir Dein Gatte ne Spendenquittung aus?! Dann wäre er zumindest von der Steuer absetzbar! Liebe Grüße Pia

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